18.07.2025

Dem Mikroplastik auf der Spur

Mikroplastik aus der Brillenlinsenindustrie im Fokus unseres EU-Projektes MICRO-ALPS

Seit Februar 2025 arbeiten wir in regionenübergreifender Zusammenarbeit mit Projektpartnern aus Veneto und Kärnten am Interreg Projekt MICRO-ALPS. Ziel dieses EU-Projektes ist es, lokale öffentliche und private Akteure auf ein kaum sichtbares, und dennoch folgenreiches Problem aufmerksam zu machen: Mikroplastik in alpinen Gewässern. 

Der Forschungsschwerpunkt des Projektes liegt auf der Brillenlinsenindustrie, womit ein Sektor beleuchtet wird, der bislang wenig mit Mikroplastik in Verbindung gebracht wurde. Dennoch setzen die unterschiedlichen Fräs- und Polierprozesse der überwiegend aus Kunststoff bestehenden Linsen Makro- und Mikroplastikpartikel frei. Diese Partikel gelangen durch das beim Polieren verwendete Wasser in das Abwasser. Im Rahmen des Projektes ermitteln wir diese Prozesse und deren Ausmaße genauer, während unsere Projektpartner bestehende Filter- und Rückgewinnungsmethoden untersuchen und die Recyclingfähigkeit des Mikroplastiks für die Herstellung neuer und innovativer 3D-gedruckter Objekte erproben. 

Um die Vorgänge und bestehenden Technologien in den Produktionsstätten der Brillenlinsen-Industrie besser zu verstehen, war der Besuch des Zeiss-Standortes in Varese Anfang Juni von großer Bedeutung: Zeiss bot uns und unseren Projektpartnern exklusive Einblicke in ihre Unternehmensstruktur, ihre Nachhaltigkeitsstrategie und die Produktion und Verarbeitung von Brillenlinsen. Wir durften die Prozesse aus nächster Nähe betrachten und erhielten aufschlussreiche Antworten auf unsere Fragen.

Ebenfalls hilfreich für unsere Forschung war der Besuch der Abfall- und Wasserbehandlungsanlage eco center in Bozen im Rahmen eines Partnermeetings Anfang Juli. Ing. Simion Gianluca, Leiter der Abwasserreinigung des eco centers, führte uns durch die Anlage und den Weg des Abwassers- vom Eintreten in die Anlage bis zum klaren, gereinigten Wasser, das die Anlage wieder verlässt. 

Als passende Ergänzung zum MICRO-ALPS Projekt präsentierte uns Leiter des Labors des eco centers Dr. Karl Mair die Forschung und einige Zwischenergebnisse des Interreg Projektes PlasticFree der Eco-Research. Dieses Projekt ermittelt die Verbreitung verschiedener Formen und Typen von Kunststoffen in Gewässern und wirbellosen Organismen und Fischen, und untersucht Möglichkeiten, diese Schadstoffe in den Kläranlagen möglichst effizient aus dem Wasser zu filtern. 

Künftige Partnermeetings sind bereits in Planung, denn neben vielfältigen inhaltlichen Impulsen boten diese Treffen wertvolle Gelegenheiten zum Austausch und zur Vernetzung mit unseren Projektpartner:innen und den Gastgebern. So schöpfen wir aus diesen Treffen nicht nur fachliches Wissen, sondern auch Inspiration und Motivation, die eine grundlegende Basis für die erfolgreiche Weiterführung des Projektes darstellen. 

 

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