Radmobilität Bozen

Eine Reihe von Initiativen hat Bozen zu einer der Vorzeigestädte Europas in Sachen Radmobilität gemacht. Bis 2011 konnte die Stadt den Anteil der Fahrradmobilität auf 29% aller zurückgelegten Wege steigern und liegt damit weit über dem nationalen und internationalen Durchschnitt.

Ab 2000 wurden mit dem “Plan zur Radmobilität in Bozen“, erarbeitet vom Ökoinstitut Südtirol, zahlreiche Strategien und Maßnahmen zur Förderung der Radmobilität in Bozen umgesetzt. Vorgeschlagen und verwirklicht wurde ein regelrechtes Fahrradwegenetz, bestehend aus 8 Hauptachsen und einer Reihe von Nebenfahrradwegen. Ferner wurden Maßnahmen gesetzt, um die Stadt für das Fahrrad vollkommen durchlässig zu machen und die Stellplätze für Fahrräder zu verbessern. Diese waren vorher nämlich nicht nur zahlenmäßig zu wenige, sie waren auch qualitativ schlecht. Schließlich wurde der Fahrradverleih neu organisiert und ausgebaut, mit qualitativ besseren Fahrrädern ausgestattet und die Verleihstellen mit dem neuen Logo für Radmobilität gekennzeichnet.

Besonderes Augenmerk wurde auf Initiativen im Bereich Kommunikation, Information und Marketing gelegt. Es wurde ein einheitlicher Auftritt für Radmobilität entwickelt (mit Logo und einheitlichem Design für den gesamten Bereich der Radmobilität), ein handlicher Fahrradwegeplan sowie ein Leitsystem, das vor allem auf Information setzt (mit verschiedenfarbiger Kennzeichnung der Fahrrad-Hauptachsen und mit Angabe von Orten besonderen Interesses).

Diese Maßnahmen wurden von gezielten Marketingaktionen begleitet: großformatige Plakate in der Stadt, Werbeposter auf Autobussen, Postkartenaktion und Werbespots in Kinos. Die Verbesserung der Radmobilität in Bozen war Teil des Projekts “Emotions – Emotionen für eine nachhaltige urbane Mobilität“, für welches das Ökoinstitut, mit finanzieller Unterstützung der EU und in Kooperation mit der Agentur Helios, die Planung und Durchführung von Informationskampagnen, Sensibilisierung und Marketingmaßnahmen zur Förderung des öffentlichen Verkehrs und der Fahrradmobilität in Bozen durchführte.

In den folgenden Jahren wurde im Rahmen des EU-Programmes VIANOVA weiter an Maßnahmen zur Förderung von nicht-motorisiertem Verkehr gearbeitet. Die Effektivität dieser kontinuierlichen Bemühungen schlagen sich bis heute in dem ansteigenden Anteil nicht-motorisierter Mobilität in Bozen nieder.

Seit Oktober 2011 bis 2014 nimmt das Ökoinstitut für drei Jahre am EU Projekt CHAMP teil. Ziel des Projektes ist der Austausch von gelungenen Projekten (best practices) und Erfahrungen (lessons learned) zwischen Städten in Europa, die beim Thema Radmobilität vorbildlich sind. Für jede „Champion City“ werden die Stärken herausgearbeitet und anderen Städten vorgestellt – u.a. durch gegenseitige Besuche („peer reviews“). Dabei können bestehende Schwächen von den Besuchern analysiert und Anregungen gegeben werden. Insgesamt sollen eine weitere Steigerung des Anteils der RadfahrerInnen und eine Erhöhung der Sicherheit erreicht werden. Das Ökoinstitut nimmt in Vertretung der Stadt Bozen am Projekt teil, setzt die Projektaktivitäten um und führt die Projektverwaltung durch, wobei alle wesentlichen Arbeitsschritte in Absprache mit der Gemeindeverwaltung erfolgen.

 Zurück zur Liste 
 


 

Ökoinstitut Südtirol
Talfergasse 2
I-39100 Bozen, Italien
Tel. +39 0471 980048
Fax +39 0471 971906
E-Mail:
www.oekoinstitut.it
 
 
 
© 2017 Ökoinstitut Südtirol | MwSt-Nr. IT01385850217 produced by Zeppelin Group - Internet Marketing
DE | IT