Mobilitätspreis für das Projekt „Radfahrkurse für Migrantinnen“

Pressemitteilung 6/2012

Große Ehrung für das Ökoinstitut Südtirol und die Organisation „Donne Nissà“: Ihr gemeinsames Projekt Radfahrkurse für Migrantinnen wurde vom österreichischen Verkehrsclub VCÖ im Odeon Theater in Wien ausgezeichnet. Es erhielt den VCÖ-Mobilitätspreis 2012 in der Kategorie „Internationale Projekte für Nachhaltige Mobilität“. Das Projekt war von den Organisationen Donne Nissà und Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige in Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei 2010 und 2011 durchgeführt worden.

Radfahren zu lernen ist in unserer Kultur selbstverständlich, viele Migrantinnen haben hingegen nie Fahrrad fahren gelernt oder fühlen sich darauf nicht sicher genug, um es als Fortbewegungsmittel zu verwenden.

Durch den Radfahrkurs haben die Migrantinnen, aber auch einzelne einheimische Frauen die Möglichkeit erhalten, dieses umweltfreundliche und gesunde Fortbewegungsmittel für ihre alltäglichen Wege kennen und nutzen zu lernen. Darüber hinaus erlangten sie durch den Kurs mehr Selbständigkeit und Flexibilität um allein oder mit ihren Kindern unterwegs zu sein. Auch der Austausch zwischen Frauen aus verschiedenen Kulturen war wichtiger Teil des Projektes.

Selbstständig mobil zu sein bedeutet für die Betroffenen insgesamt mehr Möglichkeiten zu haben. Sie sind in ihrer Mobilität nicht mehr von Dritten abhängig bzw. können an unserer Kultur des Fahrradfahrens teilhaben, was die Integration erleichtert und stärkt. So sorgen die Radkurse im doppelten Sinne für ein besseres Klima.

Der Mobilitätspreis des Verkehrsclub Österreich (VCÖ), Österreichs größter Wettbewerb für klimafreundliche Mobilität und effizienten Transport, hat diese Kombination aus sozialen Aspekten und Sensibilisierung für eine umweltfreundliche Mobilität beim Projekt von Ökoinstitut Südtirol und Donne Nissà gewürdigt. VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak lobte das Südtiroler Projekt: „Die Frauen lernen nicht nur Alternativen zu motorisierten Fortbewegungsmitteln kennen, sondern erlangen auf diesem Wege größere mobile Unabhängigkeit.“
Der Preis in der Kategorie „Internationale Projekte für Nachhaltige Mobilität“ wurde durch die bmvit-Sektionsleiterin Ursula Zechner, den Sektionschef des Lebensministeriums Günter Liebel, die ÖBB-Personenverkehr Vorstandsdirektorin Birgit Wagner und dem Geschäftsführer des VCÖ feierlich überreicht.

Auf die Frage nach dem Feedback der Teilnehmerinnen antworteten Ariane Messner (Ökoinstitut Südtirol), und Gerda Gius (Donne Nissà Frauen), die den Preis entgegennahmen: „Ziel des Kurses war es, neben den sozialen Aspekten der Selbständigkeit und Integration auch die Kultur des Fahrradfahrens, als umweltfreundliches und in Bozen übliches Fortbewegungsmittel, zu den Migrantinnen und deren Familien zu bringen. Dies gelang auch: Die meisten Frauen wollten sich am Ende des Kurses selbst ein Fahrrad kaufen und es in Zukunft benutzen, um zur Arbeit zu fahren oder die Kinder von der Schule abzuholen.“

Zum Projekt:
Die Frauen sollten das Fahrrad als einfaches, praktisches und umweltfreundliches Fortbewegungsmittel kennen- und nutzen lernen. Der Kurs umfasste mehrere Module, darunter Übungseinheiten, Verkehrserziehung und eine Radwerkstatt. Für Mütter von großem Nutzen war dabei die Übung, sich mit Gewicht am Rad, z. B. mit Kindern, fortzubewegen. Eine intensive Betreuung durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Ökoinstituts wie auch von Donna Nissà und der Polizei, garantierten eine erfolgreiche Absolvierung des knapp zweimonatigen Kurses.
Die Kurse werden nun vom Ökoinstitut Südtirol weitergeführt und laufend als Radfahrkurse für Migrantinnen und SeniorInnen in verschiedenen Gemeinden Südtirols angeboten.

Donne Nissà :
Der Verein „Donne Nissà“ versteht sich als Stätte der Begegnung und des Austausches für einheimische und ausländische Frauen. Ziel des Vereins sind die Information und Beratung von ausländischen Frauen, deren Kindern und Familien. Dadurch soll die soziale und berufliche Eingliederung gefördert werden.

Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige:
Das Ökoinstitut Südtirol/Alto Adige ist als gemeinnütziger Verein auf nationaler und internationaler Ebene zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung tätig. Der Verein sieht seine Aufgabe in der Zusammenführung von Ökologie, Ökonomie und sozialen Belangen, indem er konkrete Projekte umsetzt, auf kulturellem Gebiet agiert und Maßnahmen zur Sensibilisierung setzt. Das Ökoinstitut hat bereits einige Projekte im Bereich Radmobilität umgesetzt, sowohl technische Planungen als auch Sensibilisierungskampagnen, und verfügt über entsprechende Erfahrungen.

VCÖ:
Der Verkehrsclub Österreich, kurz VCÖ ist jene Organisation in Österreich, die sich umfassend für ökologisch verträgliche, sozial gerechte und ökonomisch effiziente Mobilität einsetzt. Das Ziel des VCÖ ist eine Verkehrspolitik, die allen Menschen unabhängig von Alter, Einkommen und Gesundheit faire Mobilitätschancen ermöglicht und die Belastungen für Mensch und Umwelt durch den Verkehr verringert.

(vlnr) Willi Nowak (VCÖ Geschäftsführer), Ariane Messner (Ökoinstitut Südtirol), Ursula Lechner (bmvit), Birgit Wagner (ÖBB), Gerda Gius (Donne Nissà), Günter Liebel (Lebensministerium)
© www.weissphotography.at

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